Das Internet treibt eine der größten Veränderungen in der Geschichte der Menschheit voran. Sie wird laut Eric Schmidt (Google) von den wenigsten Menschen wirklich verstanden. Was einmal als zimmergroßer Computer zur Datenübertragung begann, ist heute ein unendliches Betätigungsfeld für Kreativität — und physisch nicht greifbar. Es verändert sich fortwährend und wird mit jeder Sekunde größer und komplexer. Diese Entwicklung ist nicht die erste technologische Revolution der Geschichte. Aber sie ist die erste, die allen Menschen einen direkten Zugang zu Informationen verschafft und ihnen die Möglichkeit gibt, sie selbst zu erstellen und in Echtzeit zu verbreiten.

Den Horizont erweitern, neue Wege gehen auch wenn es ab und an bergig wird.

Den Horizont erweitern, neue Wege gehen auch wenn es ab und an bergig wird.

Das Netz verändert, wie wir arbeiten, wie wir leben und wer wir sind. Diese Revolution hat erst begonnen. Alte Institutionen und Hierarchien müssen sich anpassen, weil sie sonst riskieren, sich selbst überflüssig zu machen.

Die Zukunft liegt in der Kooperation über sämtliche Grenzen, Kulturen, Unternehmen und Fachgebieten.

Zusammenarbeit in virtuellen Räumen, Simultanübersetzung und die kollektive Textproduktion — sogenannte Wikis — sind der Prototyp einer neuen Form der Wertschöpfung. Sie revolutionieren die Kooperation zwischen Unternehmen und ihren Partnern, Kunden und Mitarbeitern. Laut Don Tapscott und Anthony D. Williams, Verfasser des Buches Wikinomics, basieren Wikis auf vier Prinzipien, die den herkömmlichen Grundsätzen der Wirtschaft diametral entgegenstehen:

— Offenheit

Traditionelle Unternehmen haben klare Grenzen zwischen intern und extern. Wikinomics fördern den freien Austausch von Ideen, das Miteinbeziehen von Ideen und Leistungen von Personen, die nicht zum Unternehmen gehören, wie zum Beispiel Kunden.

— Ebenbürtigkeit

Bislang sind Organisationen noch pyramidal organisiert mit der Entscheidungsgewalt an der Spitze. Bei Wikinomics kann sich jeder einbringen.

— Teilen

Internetnutzer teilen Erfindungen und tauschen Produkte aus. Patente und Copyrights erübrigen sich.

— Global handeln

Wikinomics agieren globaler als jeder multinationale Konzern es je tun kann. Egal in welchem Erdteil die Person sitzt, sie kann sich einloggen und mitmachen.

Während meiner Recherchen habe ich selbst einen Prozess durchlaufen, in dem ich mich fasziniert auf das Neue eingelassen habe. Ich musste es zum Teil mühselig lernen und das Alte loslassen — manchmal mit großem, inneren Widerstand. Heute funktioniert mein Unternehmen nach den neuen Regeln, ist auf verschiedenen Plattformen dabei und verfügt über ein Team, das auf allen Erdteilen dieser Welt verstreut ist und von dem ich noch kein Teammitglied je physisch gesehen habe!

„Ich musste es zum Teil mühselig lernen und das Alte loslassen — manchmal mit großem, inneren Widerstand.“

Laut Tapscott und Williams wird diese Arbeitsweise selbst organisierter Teams zur Norm werden. Hersteller und Lieferanten werden stärker miteinander verflochten sein. Passive Konsumenten seien out. Und der moderne Konsument ist beim Kreieren seines Objekts der Begierde von Anfang an dabei.

Zukunftsforscher nennen diesen neuen Typen „Prosumenten“.

Das Spielzeugunternehmen Lego bindet bereits heute ihren Kunden mit ein, ihre Produkte weiterzuentwickeln. Dann gibt es auch Marktplätze für Innovationen — sogenannte Ideagoras: Erfinder, Experten und Wissenschaftler finden hier Projekte, an denen sie tüfteln können. Unternehmen haben die Möglichkeit auf diesen Plattformen nach Lösungen zu suchen, die die eigene F&E-Abteilung nicht bearbeiten kann oder will. Das bietet auch kleinen Firmen große Möglichkeiten, die sich sonst nicht gegen die Marktmacht der Großen behaupten können.
Immer weniger Aufgaben benötigen also eine physische Anwesenheit. Und talentierten Menschen stehen immer mehr Möglichkeiten zur Arbeit offen.

Was bedeutet Zukunftsfähigkeit?

Ich habe im Rahmen meiner Recherchen mit vielen beeindruckenden Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen gesprochen. Darunter waren Zukunftsforscher, Vollblut-Unternehmer, Digital Natives, Schauspieler, Psychologen, Ethiker, Soziologen,

Mein Fokus liegt nicht auf der Technik, sondern auf Organisationen und vor allem den Menschen, die sich darin bewegen.

Physiker, Investoren, Choreographen, Erfinder, Film-Produzenten, Internet-Forscher, Kriegsjournalisten, Start-Up-Entrepreneurs und ein ehemaliger Wahlredner von Barack Obama war auch dabei. Viele von ihnen sind Vorreiter oder gar Pioniere. Alle sind brillante Vor- und Nachdenker. Und alle beschäftigen sich mit der Frage der Zukunftsfähigkeit. Zukunftsfähigkeit erwächst dann, wenn wir die Bereitschaft haben, uns dem Neuen gegenüber zu öffnen und Herausforderungen gemeinsam anzugehen, ohne uns dabei selbst zu verlieren. Dazu brauchen wir Wege zum Wir. Mein Fokus liegt nicht auf der Technik sondern auf Organisationen und vor allem den Menschen, die sich darin bewegen. In einer Welt in der alles mit allem verbunden ist, prallen unterschiedlichste Zukunftsvorstellungen und Wertewelten aufeinander. Wir können hochentwickelte Technologien erfinden, die unser Leben drastisch verbessern. Dabei vergessen wir oft, dass menschliche Interaktion ganze Systeme zum Erliegen bringen kann.

Belief — Promise — Purpose

In einer Welt des Überangebots und der atemberaubenden Möglichkeiten können wir Menschen nur noch einladen. Gelingt es uns sinnstiftende Wertegemeinschaften zu bilden, dann schafft das einen Sog. Dann folgen Menschen, weil sie es wollen und nicht weil sie müssen. Das setzt ein tieferes Verständnis für den Menschen und seine Werte voraus.

 

Kennen Sie ihre eigene Motivation?

Diese Komplexität erfordert komplexes Denken und ist eine Multi-Disziplin! Ich fasse diese Multi-Disziplin zur Wir-Intelligenz zusammen. Haben wir die „Wir-Intelligenz“, ist das machtvoll. Wir können dann die Potenziale aller Beteiligten entfalten, ohne dabei unsere Grundwerte aufzugeben. So entwickeln wir tragfähige Lösungen, mit denen wir komplexe Herausforderungen bewältigen können. Dann haben wir die Chance, Organisationen als sinnstiftende Wertegemeinschaften zu schaffen, die es meines Erachtens notwendig braucht, um zukunfts- und wettbewerbsfähig zu sein.

Die Zukunft gehört denen, die alte Denkweisen loslassen. Das führt natürlich auf Wege jenseits der Komfortzone. Jeder, der das Neue sucht, riskiert das Risiko des Scheiterns und trifft auf Widerstände. Natürlich werden Menschen mit Entdecker- und Forscherdrang auch oft beschuldigt Unruhe zu stiften oder zu rebellisch zu sein — oder man tut sie ganz einfach als verrückt ab. Aber sind das nicht genau die Menschen, die die Welt verändern?

Unsere Welt verändert sich rasant — mit neuen Formen der Wertschöpfung, neuen Arbeits- und Konsumenten-Typen und immer mehr Möglichkeiten für talentierte Menschen. Wir sind zukunftsfähig, wenn wir offen und bereit für diese neuen Herausforderungen sind. Dabei helfen Wege zum Wir und die machtvolle Wir-Intelligenz. Eine Organisation muss zur sinnstiftenden Wertegemeinschaft werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben — und die Welt verändern zu können.

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Hallo! Schön, dass Sie an den „Driving Forces“ unserer Zeit interessiert sind. Ihr Download ist gleich in Ihrer Inbox. Herzlich, Nicole Brandes