Ich bin am Wochenende über Twitter auf einen interessanten Artikel über Kim Scott aufmerksam gemacht worden, der ein wenig in die Richtung des Mindful Business geht. Sie hat bei Google und Apple gearbeitet und keine geringere als Sheryl Sandberg ist eine Art Mentor für sie. Sie versucht heute, Unternehmen zu besseren Plätzen für Mitarbeiter zu machen. Oder wie sie es nennt: “Creating bullshit-free zones where people love their work and working together.”

Kim Scot hat ihre eigenes Mindful Business Modell

Kim Scot hat ihr eigenes Mindful Business Modell

Sie erzählt von einem Erlebnis, das ihr die Augen öffnete. Sie hatte gerade eine Präsentation über die Verkaufszahlen vor den Google-Gründern und Eric Schmidt gehalten. Alles war gut, die Zahlen waren toll, das Management begeistert. Aber später nahm Sandberg sie zur Seite und sagte: “ Du warst gut, aber Du hast sehr oft “Ähm” gesagt. Wenn jedes dritte Wort “Ähm” ist,  dann klingt das, als ob Du dumm bist.” Für Scott war die unverblümte Art zunächst etwas überraschend, aber nachhaltig.  

Wäre es nicht gut, wenn wir unseren Kollegen und Mitarbeitern etwas wertvolles Feedback sagen könnten? Wenn es denn in einer Atmosphäre geschieht, in der es nicht als offene Kritik sondern als Empfehlung gemeint ist? Scott entwickelte daraufhin ein interessantes Modell, Radical Candor, ein Koordinatensystem aus Herausforderung und Menschlichkeit und Sorge.

 

Mindful Business  bei Mitarbeitern 

Was ich so interessant daran finde, ist der menschliche Ansatz daran. Denn immer wieder stehen Führungskräfte vor der Situation, dass sie einem Mitarbeiter Ratschläge geben wollen, diesen aber nicht offen kritisieren wollen. Kritik wird aus mehreren Gründen wohl verpackt. Sie gilt als unhöflich, man will den Mitarbeiter nicht vergraulen, man hat Angst, ihn zu verletzen.

Das alles ist macht Sinn, aber löst das Problem nicht, dass die Nachricht nicht ankommt. Wenn wir unsere Mitarbeiter weiterbringen wollen, dann müssen wir sie herausfordern können. Die Frage ist nur, in welchem Umfeld wir das machen. KPIs sind meiner Meinung nach nur ein Weg, weil sie die Verantwortung eher auf den Mitarbeiter abwälzen, wie gemeinsam sie auch entwickelt werden. Mein Anliegen ist, ein Umfeld und Skills zu schaffen, in dem Führungskräfte und Mitarbeiter entspannt, glücklich und zufrieden miteinander arbeiten. Es ist getragen von gegenseitigem Respekt und Anerkennung des anderen. Diese Anerkennung gilt übrigens sowohl für die Persönlichkeit als auch für sein Geschlecht, seine Herkunft, sein Alter, seine Religion.

Wie können Führungskräfte ein solches Umfeld schaffen, ein Mindful Business? Indem sie es vorleben. Manager müssen heute Vielfältigkeit ein- und ausatmen, sie müssen mit Freude über Grenzen springen um das Neue dahinter zu erforschen, sie müssen andere behandeln wie sie selbst behandelt werden wollen.

Das Warum beantworten

Um dorthin zu kommen, ist es unabdingbar, dass man seine einen Grenzen kennt, weiß warum man sie hat und ob und wie man sie überwinden kann. Das Warum ist dabei entscheidend? Warum sind wir wie wir sind? Und wie wollen wir sein? Wer sich mit diesen Fragen beschäftigt – und ich tue das in meinen Keynotes, Workshops und Coachings fast täglich – wird bald auch auf die wichtigste Frage kommen: Warum mache ich was ich mache? Wer ein Antwort auf das “Warum” gefunden hat, hat damit auch seine innere Mitte und Stabilität gefunden. Und damit lassen sich komplexe Umfelder, schwierige Geschäftsentscheidungen und eben die gute und menschliche  Beziehung zu Mitarbeitern wesentlich einfacher bewältigen.

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